Beschreibung
Er war einst ein Seespiegel, der dem natürlichen Lebenslauf eines jeden Sees folgte und im Laufe der Jahrhunderte durch die allmähliche Ablagerung von Sedimenten auf dem Grund und das allmähliche Eindringen von Sumpfvegetation "alterte", bis er sich in ein wunderschönes Torfmoor verwandelte.
Leider wurde die natürliche Entwicklung dieses Lebensraums in der Vergangenheit durch den industriellen Torfabbau abrupt unterbrochen, was zur Zerstörung eines großen Teils der Torfmoorvegetation und der anschließenden "Restaurierung" des Gewässers führte.
All dies hat das empfindliche Gleichgewicht des Ökosystems tiefgreifend verändert, das sich erst heute, dank des Schutzes des Gebietes, langsam wieder einstellt.
Das heutige Erscheinungsbild des Pudro-Sees ist das eines ausgedehnten Feuchtgebiets, in dem noch Teile der ursprünglichen Vegetation erhalten sind, wobei vom Landesinneren zum Ufer hin folgende Pflanzengemeinschaften aufeinander folgen
- die Aggallate (schwimmender "Teppich")
- die Segge (krautige Vegetation, die durch Pflanzen der Gattung Carex gekennzeichnet ist),
- das Sumpfschilfdickicht (Phragmites australis),
- das Dickicht
- das hygrophile Holz der Schwarzerle (Alnus glutinosa).
Diese Pflanzengemeinschaften überleben, wie bereits erwähnt, meist nur punktuell; nur das Schilfdickicht ist dicht und üppig, und in der Tat gelingt es dem Wasserschilf dank seiner "Rustikalität", sich gegenüber den seltenen Sumpfpflanzen durchzusetzen, die durch den Stress der menschlichen Eingriffe empfindlich geworden sind. Aus diesem Grund hat das Schilfdickicht teilweise die andere, komplexere und empfindlichere Vegetation verdrängt und dazu beigetragen, deren Ausdehnung zu begrenzen.
Das bemerkenswerteste und wertvollste pflanzliche Element des Biotops ist der Aggallato, ein wahrer Teppich aus ineinander verschlungenen Pflanzen, der auf dem Wasser schwimmt und darunter eine große "Blase" isoliert. Er ist an der Peripherie mit anderer Wurzelvegetation verankert und trägt leicht das Gewicht eines Menschen. Wenn man auf ihr geht, spürt man ihre Schwingungen, als ob man auf einem dieser Wasserballons aus Vergnügungsparks säße.
Der Pudro-See war früher der größte See des Trentino, aber der Torfabbau hat seine Oberfläche verkleinert und ihn in eine Art "Floß" verwandelt, was die Invasion des Sumpfstrohs auslöste.
Außerdem wurden durch den Torfabbau große freie Wasserflächen freigelegt, in denen sich der Lamineto, eine Vegetation von Wasserpflanzen mit Schwimmblättern, die hier hauptsächlich aus Seerosen (Nymphaea alba) besteht, entwickelte.
Unter den vielen interessanten botanischen Arten des Biotops sind einige aufgrund ihrer Seltenheit besonders erwähnenswert. Dies gilt für den insektenfressenden Sonnentau (Drosera intermedia) und die Utricularia (Utricularia vulgaris), Rhynchospora alba und Carex diandra.
Der floristische Reichtum findet seine Entsprechung in der Fauna, die im Biotop mit zahlreichen interessanten Arten vertreten ist. Bei schönem Wetter wird der Pudrosee durch das kräftige Quaken der Grünfrösche (Rana sinkl. esculenta) und den Gesang und die Rufe verschiedener seltener Wasservögel belebt, die hier eine außergewöhnliche Vielfalt an Lebensräumen vorfinden, von den hygrophilen Wäldern, die im Trentino sehr selten geworden sind, bis hin zu den offenen Gewässern: Hier können sie in Ruhe rasten, fressen und brüten. Graureiher (Ardea cinerea), Eisvögel (Alcedo atthis), Zwergdommeln (Ixobrychus minutus), Gänse, Enten, Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis), Wasserrallen (Rallus aquaticus) und Schilfrohrsänger (Acrocephalus, mehrere Arten) sind nur ein kleiner Ausschnitt aus der Avifauna des Pudro-Sees.