Beschreibung
Die verschiedenen Formationen stellen aufeinanderfolgende Etappen einer bis heute andauernden Entwicklung dar, die im Laufe von Jahrtausenden zur Umwandlung des Niedermoores in ein Hochmoor geführt hat.
Moore sind von großem botanischem Interesse, weil dort pflanzliche Organismen wachsen, die sich durch eine starke ökologische Spezialisierung auszeichnen. Sie entstehen in Feuchtgebieten, in denen sich die abgestorbenen Teile pflanzlicher Organismen, anstatt sich zu zersetzen, weiter zu Torf anreichern; dieser Prozess findet statt, weil der Sauerstoffmangel im feuchten Boden Oxidationsprozesse verhindert.
Die Entwicklung von Torfmooren wird durch ein kaltes und feuchtes Klima begünstigt; in unseren Breitengraden sind sie daher eher selten und wurden in der Vergangenheit häufig zur Torfgewinnung genutzt.
Auch das Torfmoor von Palù Tremole wurde auf diese Weise ausgebeutet, wenn auch nicht in großem Umfang.
Das Niedermoor nimmt den größten Teil der Fläche des Feuchtgebiets ein und erscheint als sumpfige Wiese.
Das Hochmoor entwickelt sich in überschwemmten Senken und befindet sich im Biotop in der Sumpfzone, die dessen zentral-östlichen Teil einnimmt; dort wächst der äußerst seltene Torfmoos-Brecher (Scheuchzeria palustris).
Das floristisch sehr interessante Hochmoor hat typischerweise eine konvexe, linsenförmige Form und wird durch den starken Bewuchs mit Sphagnum-Moosen (Sphagnum spp.) bestimmt, speziellen Moosen, die in der Lage sind, eine große Menge Wasser zu speichern. Diese sind in Hügeln angeordnet, die sich mit ständig feuchten Vertiefungen abwechseln, und sind an die extremen Bedingungen angepasst, unter denen sie leben: ständige Wasserresistenz, Mineralienmangel, hoher Säuregrad.
Das Vorhandensein einiger sehr seltener Pflanzenarten und einiger weniger verbreiteter Arten macht Palù Tremole zu einem wichtigen botanischen Standort. Zu den bemerkenswertesten gehören verschiedene Seggenarten (Gattung Carex), die Torfmoosbinsen, die Andromeda (Andromeda polifolia), Lepidotis inundata, die Scheidenfahne (Eriophorum vaginatum), das Sumpfveilchen (Viola palustris); die beiden insektenfressenden Pflanzen Drosera anglica und Drosera rotundifolia sind ebenfalls vorhanden.
Die Wirbeltierfauna des Torfmoores besteht aus kleinen Tieren, die an die hygrophile Vegetation und die Wassertümpel gebunden sind. Vor allem der Bergmolch (Triturus alpestris), der Grasfrosch (Rana temporaria) und die Zauneidechse (Zootoca vivipara) sind hier anzutreffen.
Studien
- Projekt zur naturkundlichen und katastermäßigen Erfassung