Beschreibung
Das Naturschutzgebiet hat ein typisches und sehr markantes, fast mondähnliches Aussehen, mit hohen Hügeln und einer charakteristischen Vegetation, die an die ausgeprägte Trockenheit und die steinigen, sehr humusarmen Böden angepasst ist.
Die Entstehung der "Marocche" ist mit der Vergletscherung verbunden.
Kurz gesagt, wenn ein Gletscher wie ein großer, fester Fluss durch ein Tal fließt, verändert er auch seine Form und übt einen enormen Druck auf die Flanken und den Boden aus. Vor allem die Flanken bekommen diese Kräfte und Schübe zu spüren, die dann beim Rückzug des Gletschers versagen. Dann werden die vom Gletscher freigelegten Felsblöcke und schrägen Schichten nicht mehr von der Eismasse getragen, brechen weg und stürzen in den Talboden.
Im Trentino findet man solche Phänomene hier, im Sarcatal, dann im Etschtal und in einigen Alpentälern (z.B. V. di Tovel).
Die Marocche di Dro ist der größte Erdrutsch nicht nur in der gesamten Provinz Trient, sondern auch im gesamten Alpenbogen.
Die Erdrutsche, die sie ausgelöst haben, waren mehrere und überlappten sich gegenseitig. Die ersten können auf 100.000 oder 200.000 Jahre datiert werden, auch in interglazialen Perioden, während die letzten in historischer Zeit stattgefunden zu haben scheinen und auch menschliche Siedlungen mitgerissen haben.
In den Marocche di Drò gibt es ganze Landstriche, in denen nur vereinzelte Pflanzen zwischen den Felsblöcken wachsen, andere, in denen sich Strauchvegetation oder wärmeliebende Laubwälder entwickeln.
Es gibt auch Gebiete, in denen Schwarzkiefern (Pinus nigra) aufgeforstet wurden: ein offensichtliches Beispiel für eklatante menschliche Fehler und biologische Verschmutzung.
Um die Vegetationsmerkmale der Marocche di Dro vollständig zu verstehen, muss man wissen, dass sich dieses Gebiet in einem ganz besonderen Tal befindet, in dem sich mediterrane Pflanzenarten in den voralpinen Bereich einnisten und die besonderen klimatischen Bedingungen des Gardasees nutzen. Kurzum, die Marocche sind ein besonders interessantes phytogeographisches Element, nicht nur aufgrund ihrer besonderen Struktur und Beschaffenheit, sondern auch als Treffpunkt zwischen der typischen Flora der subalpinen Region und einigen ausgesprochen mediterranen Einheiten.
Auch die Fauna ist eng mit den mikroklimatischen Eigenschaften des Gebiets und der besonderen Umgebung verbunden.
Reptilien sind reichlich vorhanden, darunter die Mauereidechse (Podarcis muralis), die Waldeidechse (Lacerta viridis), die Smaragdeidechse (Coluber viridiflavus) und die Zauneidechse (Elaphe longissima) sowie Vögel, die an Büsche und Sträucher gebunden sind. Andere Faunengruppen sind nur schwach vertreten.
Einrichtungen für den Besuch
- Pfad für Besucher
Veröffentlichungen
- Kleiner botanischer Führer zum Biotop Marocche di Dro, Januar 2001 (online durchsuchbare Version)
- Kleiner botanischer Führer zum Biotop Marocche di Dro, Januar 2001 (PDF-Version)