Beschreibung
Das Becken ist eine U-förmige intermoraine Vertiefung (der verbliebene Teich nimmt heute den tiefsten Teil des westlichen Arms ein).
Trotz seines "unversehrten" Aussehens war das kleine Becken des Laghestel di Piné über Jahrhunderte hinweg Schauplatz verschiedener menschlicher Aktivitäten, wie der Gelehrte Pater F. Ghetta dokumentiert. Im Jahr 1613 wurden der See und das umliegende Gebiet von der Gemeinde Piné an den Fürstbischof von Trient, Kardinal Madruzzo, verkauft, der sich jedoch das Recht vorbehielt, die Wiesen zu mähen, zu weiden und das Vieh zu tränken.
In den Dokumenten sind auch verschiedene Versuche der Landgewinnung dokumentiert, die in späterer Zeit - fast bis in die Gegenwart - durch das Ausheben von Gräben und Kanälen durchgeführt wurden; um 1870 ist auch eine bescheidene Torfgewinnung belegt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Wiesen und Felder des Beckens aufgegeben, und die natürliche Vegetation nahm allmählich wieder überhand.
Die Vegetation des Laghestel di Pinè war Gegenstand einer eingehenden Studie von F. Pedrotti und C. Chemini, die 1981 in der wissenschaftlichen Zeitschrift "Studi Trentini di Scienze Naturali" veröffentlicht wurde und eine detaillierte thematische Karte enthält.
Diese Studie zeigt deutlich das große botanische Interesse des Biotops: Es gibt 129 Arten, von denen einige sehr selten sind, und 9 hygrophile Pflanzengesellschaften, die alle von großem Wert sind (von Schilfdickichten bis zu verschiedenen Arten von Seggen, von Feuchtwiesen bis zu hygrophilen Wäldern).
Als Kuriosum sei noch ein makroskopisches Phänomen "botanischer" Natur erwähnt, das dazu beigetragen hat, den Laghestel berühmt zu machen: Seit 1975 kommt es nämlich zu einer sommerlichen Rötung der Gewässer durch die einzellige Alge Euglena sanguinea. Es handelt sich zwar nicht gerade um eine wunderbare Rötung und auch nicht um eine Seltenheit, da die Rötung durch Euglena sanguinea hier und da in den Alpen bekannt ist, aber es ist dennoch ein ungewöhnliches und wertvolles Phänomen, sowohl aus naturalistischer als auch aus landschaftlicher Sicht (in diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass die viel deutlichere Rötung des berühmten Tovel-Sees durch einen ganz anderen Organismus, nämlich Glenodinium sanguineum, verursacht wurde).
Die große Vielfalt des Biotops (Wälder, Wiesen, Feuchtgebiete usw.) spiegelt sich auch in der Fauna wider, die besonders reichhaltig ist. Als Beispiel sei nur erwähnt, dass der Laghestel di Pinè nicht weniger als 7 Amphibienarten beherbergt, was mehr als der Hälfte der gesamten Amphibienfauna der Provinz entspricht.