Beschreibung
Die Auwälder sind einer der sieben Lebensräume, die in den Naturschutzgebieten der Provinz ausgewiesen sind.
Die Sumpf- und Uferwälder, die bis zu Beginn des letzten Jahrhunderts weite Teile der Trentiner Talsohlen einnahmen, wurden durch die Landgewinnung und die Kanalisierung der Flüsse praktisch ausgerottet.
Von diesen Lebensräumen sind heute nur noch einige wenige Reste übrig geblieben: dünne Streifen, die hier und da entlang einiger Wasserläufe überlebt haben, die in ihrer spezifischen Zusammensetzung verarmt und durch menschliche Eingriffe degradiert sind. Oder einige wenige Streifen, die wie durch ein Wunder der Urbarmachung entgangen sind, da sie sich in für den Anbau ungeeigneten Gebieten befinden, wie z. B. an den sumpfigen Ufern von Seen oder in den periodisch überschwemmten Gebieten am Rande von Wasserläufen.
| Die wichtigste Art der Uferwälder ist die Schwarzerle(Alnus glutinosa), die sich an sumpfigen Stellen oder in jedem Fall mit einem niedrigen Grundwasserspiegel ansiedelt. Auch andere Baumarten wie die Weißpappel(Populus alba), die Schwarzpappel(Populus nigra), die Weißweide(Salix alba) und die Weißerle(Alnus incana) sind in diesem Wald zu finden. Die Weißerle ist deutlich weniger hygrophil und besiedelt daher nur Erlenwälder mit gut durchlässigen, kiesigen Böden. Stattdessen bildet sie manchmal ihre eigenen Auwälder, die Weißerlenhaine, in Gebieten, die auf Schwemmlandaufschüttungen entlang von Bächen oder Flüssen bestehen. In diesen Baumformationen ist das Unterholz im Allgemeinen viel weniger reichhaltig und üppig als bei den Schwarzerlen. Auf den sumpfigen Böden mit torfigem Substrat können sich sehr seltene und interessante Pflanzengemeinschaften entwickeln: die Sumpfsträucher. Sie bestehen hauptsächlich aus Salix cinerea und in zweiter Linie aus Frangula, während die Krautschicht meist aus Sumpfpflanzen besteht. | |
| Auwälder sind in der Regel Lebensräume mit einersehr reichen und interessanten Vogelwelt. Die größte Vielfalt findet sich dort, wo es große Bäume mit reichlich Unterholz gibt. Neben zahlreichen Arten kleiner Singvögel, die in den Büschen und im Laub nisten, können hier auch größere Vögel wie Spechte oder einige tag- und nachtaktive Raubvögel vorkommen. | |
| Auwälder sind keine besonders günstige Umgebung für Reptilien, da ihr Mikroklima eher kühl ist und es nur wenige offene Stellen gibt, die sich zum Sonnenbaden eignen. Die häufigsten Arten sind daher diejenigen, die an das Vorhandensein von Wasser gebunden sind, insbesondere die Natrinen. | |
| In den Auwäldern begünstigen die hohe Luftfeuchtigkeit und die Deckung durch die Baumschicht das Vorkommen einiger Amphibienarten. Frösche, Kröten und Salamander legen ihre Eier oder Larven in den Wassertümpeln ab, die sich häufig in den Vertiefungen des Bodens oder in den Bächen befinden, die durch diese Wälder fließen. | |
| Es gibt keine Säugetierarten, die ausschließlich in diesen Umgebungen leben, d. h. sie finden dort den einzigen Lebensraum zum Überleben. Es gibt jedoch zahlreiche Arten, die die Auwälder als besonders ruhige Lebensräume aufsuchen, oft als "Naturinseln" in den anthropogenen Talböden und somit als Oasen der Zuflucht, der Ernährung und der Fortpflanzung. | |