Von Paola Severino kam eine Botschaft des "Trostes" im Vergleich zu ihren jüngeren Kollegen: "Wir werden in unserem Beruf in Fleisch und Blut überleben: Die Aufgabe der Anwälte ist es, einen maßgeschneiderten Anzug für ihren Mandanten zu schneidern. Nicht durch die künstliche Intelligenz von Robotern standardisiert". Der Jurist Severino, ehemaliger Justizminister der Regierung Monti und heute Vizepräsident der Universität Luiss Guido Carli, hat im vergangenen Jahr ein Buch mit dem Titel "Künstliche Intelligenz, Politik, Wirtschaft, Recht, Technologie" veröffentlicht, das dieses Thema unter die Lupe nimmt.
Paola Severino versteckte sich bei dem Treffen im Rahmen des Trienter Wirtschaftsfestivals nicht hinter einem Finger: "Gibt es dafür ausreichende Regeln? Nein, das Phänomen entwickelt sich sehr schnell. Die Vorhersagefähigkeit der KI schien nur in Filmen möglich zu sein, d. h. ein Algorithmus, der eine Person als gefährlich einstuft. Aber ist diese Vorhersagefähigkeit gültig oder gibt es immer einen freien Willen? Im Nationalsozialismus gab es die Theorie des geborenen Verbrechers, zu diesen Phasen kann man nicht zurückkehren. Aber man sollte keine Angst vor der KI haben, die KI ist niemals dumm. Der Dumme weigert sich, zu lernen, die KI lernt ständig. Aber würden Sie sich freuen, von einem Roboter verurteilt oder von einer Maschine verteidigt zu werden? Fake News verbreiten sich, weil es keine Journalisten gibt, die sie beurteilen können. Das Gesetz steht nicht mehr hinter der KI: Urheberrecht und Datenschutz, wir brauchen Regeln".
Veröffentlichungsdatum: 25.05.2023