Europa steht an der Schwelle zum nächsten Wahltermin. Über die Gründe für die Wahlenthaltung, aber auch darüber, warum es nicht opportun ist, nicht zu wählen, diskutierten heute Nachmittag im Depero-Saal der Autonomen Provinz Trient Jaume Duch, Generaldirektor der GD Kommunikation des Europäischen Parlaments, Lorenzo Ferrari, Redaktionskoordinator des Osservatorio Balcani e Caucaso-Transeuropa und Luciana Maruta, Journalistin, derzeit bei der digitalen Publikation Divergente, unter der Leitung von Michela Finizio, Journalistin von "Il Sole 24 Ore". In einer breit angelegten Umfrage, die von diesen Themen ausgehend von Divergente in ganz Europa durchgeführt wurde, wurden die Gründe für das Nichtwählen analysiert, wobei sich bestimmte Tendenzen abzeichneten. Die Zukunft der europäischen Demokratie scheint in erster Linie mit dem Wohlergehen der Bevölkerung zusammenzuhängen. Die Länder oder Regionen, in denen die Wahlenthaltung am stärksten ausgeprägt ist, sind in der Tat diejenigen, in denen es mehr ältere Menschen, eine höhere Analphabetenrate und vor allem ein niedrigeres Einkommen gibt. Die Gründe für die Wahlenthaltung dürften jedoch eher mit einer allgemeinen Politikverdrossenheit als mit Europa im engeren Sinne zusammenhängen. Es gibt aber auch Gründe, optimistisch zu sein. Die Wahlbeteiligung bei den Europawahlen nimmt nämlich stetig zu: 2014 gaben 42 % der Wähler ihre Stimme ab. 2019 sind es 51 %. Bei der nächsten Wahl könnte die Beteiligung laut Umfragen bei 60 % liegen.
Veröffentlichungsdatum: 25.05.2024