Beschreibung
In Italien gibt es neben dem Italienischen 12 offiziell anerkannte Sprachen. Sie werden von mehr als drei Millionen Einwohnern vom Norden bis zum Süden, in tausend Gemeinden und in mindestens 14 verschiedenen Regionen gesprochen. Ein wertvolles und manchmal zerbrechliches kulturelles Erbe, das von der reichen kulturellen Tradition unseres Landes und seiner Geschichte zeugt und eine Brücke zwischen Kontinentaleuropa und dem Mittelmeerraum bildet.
In Italien wird die Frage der Minderheitensprachen durch das Gesetz 482 von 1999 geregelt, das eine Reihe historischer Sprachen, die in bestimmten Gebieten des Landes gesprochen werden, anerkennt und schützt. Diese Sprachen, von denen viele uralte Wurzeln haben, gehören zu historisch gewachsenen Gemeinschaften und werden als Teil des kulturellen Erbes Italiens geschützt.
Außerdem werden sie durch Schul-, Kultur- und Medienprogramme gefördert. Der Schutz erstreckt sich auch auf den Unterricht, die Toponymie und die Verwendung in den lokalen Verwaltungen, in denen sie gesprochen werden.
Es gibt im Wesentlichen drei Arten von Minderheitensprachen: Sprachen, die aus einem anderen Land stammen und sich seit Jahrhunderten in unserem Land niedergelassen haben, Sprachen, die in gewisser Weise ein Anhängsel eines fremden Territoriums in Italien sind, und schließlich Sprachvarietäten, die historisch auf italienischem Territorium gesprochen werden und Schwestern des Italienischen sind, sich aber nach eigenen Regeln entwickelt haben, so dass sie sich grundlegend unterscheiden.
Warum ist es wichtig, den Minderheitensprachen in Italien und Europa Aufmerksamkeit zu schenken?
Aus vielen Gründen, die kulturelle, soziale und rechtliche Aspekte und letztlich den sozialen Zusammenhalt betreffen. Im Einklang mit den Prioritäten der Kommission und des Programms Erasmus+ bedeutet die Beschäftigung mit diesem Thema die Förderung der Mehrsprachigkeit und der Aufgeschlossenheit, die Stärkung der kulturellen Vielfalt und der lokalen Identität, die Auseinandersetzung mit der Frage der Minderheitenrechte, den Beitrag zur Erhaltung eines unschätzbaren historischen und kulturellen Erbes, die Förderung eines stärkeren Bewusstseins und der Achtung kultureller Unterschiede und schließlich die Förderung der Aufwertung von Gebieten und die Entwicklung von Tourismus und Kontakten. Kurz gesagt, über Minderheitensprachen in Italien zu sprechen, bedeutet, die kulturelle Vielfalt des Landes anzuerkennen und zu fördern, Minderheitenrechte zu unterstützen und ein sprachliches und kulturelles Erbe zu bewahren, das ohne angemessenen Schutz und Förderung zu verschwinden droht.
Ziel des Seminars ist es, einen Überblick über den vielfältigen und oft unbekannten sprachlichen Reichtum Italiens zu geben, wobei auch die so genannten "neuen sprachlichen Minderheiten" im Mittelpunkt stehen. In Italien hat das Phänomen der Migration nämlich zur Einführung neuer Minderheitensprachen geführt, die von den Einwanderergemeinschaften gesprochen werden, die sich in den letzten Jahrzehnten im Land niedergelassen haben. Diese Sprachen werden häufig in den Familien und Gemeinschaften der Herkunftsländer verwendet, wobei die kulturellen und sprachlichen Bindungen zu den Herkunftsländern aufrechterhalten werden.
Im ersten Teil des Seminars wird der historische, kulturelle und rechtliche Rahmen der Minderheitensprachen umrissen, wobei auch die literarische Produktion im Mittelpunkt steht. Am Nachmittag werden konkrete nationale und europäische Erfahrungen vorgestellt, die von der Lebendigkeit lokaler Initiativen und dem Interesse der europäischen Politiken zeugen, die die Mehrsprachigkeit und Mehrsprachigkeit immer in den Mittelpunkt gestellt haben.
Das Seminar richtet sich an Lehrer, Ausbilder, Erzieher, Universitätsstudenten, Enthusiasten und alle, die ein besonderes Interesse an Sprachen haben. Während des Seminars werden die Teilnehmer in praktische Aktivitäten eingebunden.
Das Seminar ist kostenlos und kann nach vorheriger Anmeldung und je nach Verfügbarkeit besucht werden.
EPALE - die e-Plattform für lebenslanges Lernen in Europa - ist eine von der Europäischen Union geförderte mehrsprachige, offene europäische Gemeinschaft von Fachleuten der Erwachsenenbildung.
Quelle und Eigentümer des Bildes: EPALE