Beschreibung
HERKUNFT UND GEOGRAFISCHE VERBREITUNG. Kartoffelzystennematoden stammen ursprünglich aus den Andenregionen Perus und Boliviens. Die Einführung nach Europa erfolgte wahrscheinlich Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Einfuhr von Pflanzkartoffeln mit anhaftender Erde.
WIRTSCHAFTSPFLANZEN Zu den Wirtspflanzen von Globodera gehören Kartoffel(Solanum tuberosum), Tomate(Solanum lycopersicum) und Aubergine(Solanum melongena).
BIOLOGIE. Die Nematoden der Gattung Globodera entwickeln sich als Larven im Boden und dringen in die Wurzeln der Wirtspflanzen ein. Die reifen Weibchen bilden Zysten mit Eiern, die lange Zeit im Boden überleben können. Die Larven können jahrelang in den Zysten überleben und warten auf günstige Bedingungen, um zu schlüpfen und neue Pflanzen zu infizieren.
SYMPTOME UND SCHÄDEN. Zu den Symptomen eines Globodera-Befalls gehören:
- Vergilbung und Verwelken der Blätter in den heißesten Stunden;
- vermindertes Pflanzenwachstum und -entwicklung
- verzögerte Blüte;
- Bildung von Zysten an den Wurzeln.
Die durch Globodera verursachten Schäden können beträchtlich sein, mit Ertragsminderungen von bis zu 50 %.
VERBREITUNGSWEGE. Dieser Nematode wurde über den Boden, der an Pflanzkartoffeln haftet, in fast allen Kartoffelanbaugebieten der Welt verbreitet. Globodera sp. kann auch über Erde verbreitet werden, die Nematodenzysten in Substraten oder auf den Wurzeln von Baumschulpflanzen enthält, die in befallener Erde gewachsen sind.
BEKÄMPFUNG UND PFLANZENSCHUTZMASSNAHMEN. Die wichtigste Bekämpfungsmethode besteht in langen Fruchtfolgen (mindestens 7 Jahre) mit Nicht-Wirtspflanzen, wobei zu berücksichtigen ist, dass dieser Nematode hauptsächlich Kartoffeln befällt, sich aber auch, wenn auch in geringerer Intensität, auf anderen Kultur- und Durchwuchs-Solanaceae vermehren kann. Durch die Verwendung resistenter Sorten können nicht nur die wirtschaftlichen Schäden durch den Nematoden vermieden, sondern auch die Nematodenpopulation erheblich reduziert werden. Es ist jedoch zu bedenken, dass diese Bekämpfungsmethode bei Vorhandensein von Mischpopulationen, d. h. von zwei Arten oder mehreren Pathotypen des Nematoden, Selektionsphänomene hervorrufen kann, die zum Vorherrschen derjenigen Arten oder Pathotypen führen, gegen die die Pflanze nicht resistent ist, und somit die Situation verschlimmern. Als Präventivmaßnahme wird empfohlen, saubere Knollen ohne Bodenrückstände zu säen und vor der Aussaat eine nematologische Bodenanalyse durchzuführen.
BERICHTEN. Für Meldungen und Informationen wenden Sie sich bitte an den Pflanzenschutzdienst der Provinz (Tel. 0461/495660; E-Mail: serv.agricoltura@provincia.tn.it; pec serv.agricoltura@pec.provincia.tn.it).
VERWEIS AUF RECHTSVORSCHRIFTEN: Verordnung (EU) 2016/ 2031; Durchführungsverordnung (EU) 2019/2072; Gesetzesverordnung Nr. 19/2021; Durchführungsverordnung (EU) 2022/1192 und nachfolgende Änderungen und Ergänzungen.