Beschreibung
Der als Permafrost bezeichnete, dauerhaft gefrorene Boden prägt viele Hänge und felsige Grate in den Höhenlagen des Trentino. Das Vorhandensein von Permafrost an den Berghängen zeigt sich in Reliefformen wie den Felsgletschern, jahrhundertealten Geröllansammlungen, die sich über Hunderte von Metern erstrecken, Eis enthalten und durch die Verformung des Materials, aus dem sie bestehen, entstanden sind. Im Trentino erstreckt sich der Permafrost über eine Fläche von etwa 150 km² und es wurden mehr als 700 Felsgletscher katalogisiert.
Ein Boden unter Permafrostbedingungen enthält in der Regel Eis in verschiedenen Formen und Ansammlungen und unterliegt raschen Veränderungen, die durch den Klimawandel hervorgerufen werden. Die Erwärmung der Atmosphäre erhöht die Temperatur des Permafrosts, was zu dessen Abbau und oft auch zu seinem Verschwinden führt. Das im Permafrost enthaltene Eis ist eine wichtige, aber wenig bekannte Wasserressource, und sein Verschwinden kann die Qualität und Verfügbarkeit dieser Ressource beeinträchtigen. Zudem trägt das Vorhandensein von Permafrost dazu bei, Felsmassen in großen Höhen zu stabilisieren, und sein Abbau erhöht das Risiko von Erdrutschen und Murgängen.
Die Erforschung und Überwachung dieses wichtigen Elements der Bergwelt ist daher von grundlegender Bedeutung und erfordert die Erfassung langfristiger Informationen und Daten. Die Überwachung des Permafrosts im Trentino findet seit mehr als 20 Jahren statt, dank einer Zusammenarbeit zwischen dem Geologischen Dienst der Autonomen Provinz Trient (koordinierende Stelle), der Universität Pavia (Fachbereich für Erd- und Umweltwissenschaften), der Universität Padua (Fachbereich Raumplanung und Agrar- und Forstwirtschaftssysteme) sowie der Edmund-Mach-Stiftung (Forschungs- und Innovationszentrum, Gruppe für Hydrobiologie).
Die Untersuchungen konzentrieren sich auf einige besonders aussagekräftige Standorte, die über die wichtigsten Gebirgsgruppen der Provinz verteilt sind (Adamello-Presanella, Ortles-Cevedale, Dolomiten, Lagorai). Dabei handelt es sich um Messungen der Bodentemperatur (sowohl an der Oberfläche als auch in der Tiefe), von Klimagrößen, der Verschiebung einiger Felsgletscher, geophysikalische Messungen sowie Probenahmen zur Wasserqualität.
Die Feldmessungen werden durch Fernerkundungen ergänzt, die unter anderem mithilfe von Drohnen und Fernerkundung durchgeführt werden.
Die Daten zur Permafrost-Überwachung in unserer Provinz werden nun im Bericht„Il permafrost in Trentino“vorgestellt, der die in über 20 Jahren durchgeführten Aktivitäten detailliert beschreibt. Das Dokument beschreibt ausführlich die Beobachtungsaktivitäten zum Permafrost und zu den Felsgletschern. Es ist frei verfügbar und kann über das Webportal der Autonomen Provinz Trient unter diesem LINKheruntergeladen werden.